1905 - das Gründungsjahr, wie alles begann


Zur Jahrhundertwende gab es in London nicht ein einziges Team in der League First Division. Obwohl es auch in London schon länger Profi-Vereine gab, hatte sich der Fußball noch nicht so erfolgreich in der Haupstadt etabliert, wie im Norden des Landes. Gus Mears, ein sportbegeisterter Geschäftsmann sah das große Potential für einen erfolgreichen Verein und plante am alten "Athletics Ground" in West-London ein modernes Fußballstadium zu etablieren. Doch anfänglich gab es unvorhergesehene Schwierigkeiten mit diesem Projekt und Mears wollte seinen Plan schon aufgeben, bis sich folgendes ereignete. Sein Geschäftspartner Frederick Parker war sehr angetan von der Idee und versuchte Mears zu überzeugen, das Stadion auch wirklich zu bauen, doch Mears versicherte ihm, er würde seine Zeit verschwenden, der Plan sei zu den Akten gelegt. Als die beiden dahin spazierten, stürzte sich plötzlich Mears Hund ohne Vorwarnung auf Parker und biss ihn derart in sein Bein das es stark blutete, dieser aber nur amüsiert auf diesen Vorfall reagierte. Dies beeindruckte Mears so sehr, dass sie sich für den folgenden Tag verabredeten, um das Projekt doch noch zu starten.


Zu diesem Zeitpunkt gab es aber immer noch keinen Chelsea Football Club, denn der ursprüngliche Plan sah vor, den benachbarten Fulham Football Club das neue Stadion zur Verfügung zu stellen. Da man sich aber nicht über die finanziellen Aspekte einigen konnte, zogen die Cottagers ins nahe gelegene, aber auch wesentlich kleinere Craven Cottage und Mears musste nun ein Stadium bauen, ohne einen Club zu haben. Also entschloss man sich einen neuen Club zu gründen und so wurde am 14. März 1905 in einem Pub namens The Green Pub (heute das Butcher's Hook) - vis a vis der Stamford Bridge - der Chelsea Football Club ins Leben gerufen.


Am 29. Mai 1905 wurde Chelsea FC in die Second Division der Football League aufgenommen, ohne jemals ein Match gespielt zu haben - ein einmaliger Vorgang in Englands Fußball - doch das sollte sich für die ganze Liga lohnen. Bereits in der ersten Saison kamen 67.000 Zuschauer an die Stamford Bridge zu einem Match gegen Manchester United, Rekord für die zweite Liga. Am Ende der Saison schaffte Chelsea FC den Aufstieg in die First Division.


Bis zum ersten Weltkrieg waren Zuschauerzahlen um die 50.000 der gängige Schnitt an der Stamford Bridge und belegen, dass hier frühzeitig eine Tradition an Akzeptanz der Londoner zu diesem Club gelegt wurde, der heute von vielen Kritikern des Vereins gerne übersehen wird. Im Oktober 1935 kamen sogar über 82.000 Fans zu einem Match gegen Arsenal FC, das ist immer noch der Rekord für Zuschauer bei einem Liga-Spiel in England und bei der heutigen Größe der Stadien wird der wohl auch nie mehr gebrochen. Wir reden hier über die 30er-Jahre, einem Zeitpunkt da andere sogenannte Traditionsvereine in Deutschland noch auf Wiesen und Angern gekickt haben.


Obwohl der Verein 50 Jahre nach seiner Gründung immer in der ersten oder zweiten Division gespielt hatte, konnte man keinen "Major-Titel" gewinnen. 1915 stand man im FA-Cup Finale, dieses ging aber gegen Sheffield United verloren. Erst 1955 stand der erste große Titelgewinn mit der englischen Meisterschaft an und seit diesem Zeitpunkt konnte man, bis auf die "schwarzen 80er" in jedem Jahrzehnt nationale und internationale Erfolge feiern. Die Mehrzahl der gewonnenen Titel wurde übrigens vor der Ära Abramovich eingefahren, auch dies wird von so manchem Kritiker gerne verschwiegen. Eine Übersicht über die bisherigen Titel befindet sich hier: click hier


Die weiteren Stationen der Blues kann man sehr schön auf der offiziellen Homepage nachlesen: click hier



Stamford Bridge


Stamford Bridge ist nach wie vor das am zentralsten zur City gelegene Stadium in London. Die Geschichte dieses Stadiums ist mehr als 120 Jahre alt und untrennbar mit der des Chelsea Football Clubs verbunden.


Von 1877 bis 1904 war es eine reine Wettkampfstätte für Leichtathletik und erst durch den Kauf der Gebrüder Mears wurde es in einen Football-Ground gewandelt. Die Architektur des Stadiums stammt auch vom berühmten Architekten Archibald Leitch, der beinahe alle berühmten und ehrwürdigen Grounds in England erbaut hat. Die ursprünglich geplante Kapazität des Stadiums lag bei 100.000 Plätzen, wurde aber letztendlich auf ca. 80.000 Plätze ausgelegt und war nach dem damaligen Crystal Palace das zweitgrößte Stadium im Land.


Der Name Stamford Bridge stammt übrigens von einem kleinen Fluss namens Stanford Creek und der dazugehörigen Stanford Bridge ab, der damals entlang der heute noch bestehenden Bahngleise lief. Dieser Name entwickelte sich dann zu Stamford Bridge und wurde als Name des Stadions übernommen.


Nur wenige Stadien in England wurden so häufig umgebaut, erweitert oder verkleinert wie Stamford Bridge, bis es Ende der 90er-jahre zu seiner heutigen Form fand. Ein "all-seater", wie alle engl. Stadien der 1. und 2. Liga, fasst die Bridge heute 42.500 Zuschauer. Im Gegensatz zu vielen anderen englischen Vereinen spielt der Chelsea Football Club aber seit mehr als 100 Jahren immer nur in diesem einen Stadion und das soll auch so bleiben. Obwohl eine Erweiterung der Kapazität wegen der beengten Lage nicht möglich ist, sind alle Pläne für einen Umzug oder Neubau von den Vereins-Verantwortlichen dementiert worden.


More than 100 Years Chelsea Football Club: One Name - One Colour - One Ground



Kleine Geschichten und Außergewöhnliches

  1. 1946 kommen offiziell 75.000 Fans zu einem Match gegen Dynamo Moskau, doch die Eingänge werden gestürmt und man spricht von 100.000 Zuschauern

  2. Jimmy Greaves, ein Stürmer aus der eigenen Jugend, erzielt in den 50er-Jahren vor Vollendung seines 20. Lebensjahres bereits mehr als 100 Tore für die Blues

  3. In einem Europapokalspiel gegen ein Team aus Luxemburg gewinnt Chelsea mit dem "all-time European record" von 21:0 um dann in der nächsten Runde gegen ein Team aus Schweden auszuscheiden

  4. In den 80er-Jahren kommen gerade einmal 6.009 Zuschauer zu einem Derby gegen Leyton Orient

  5. Ken Bates erwirbt den Verein für £1

  6. Di Matteo erzielt im FA-Cup Finale 2000 nach 43 Sekunden die 1:0 Führung gegen Middlesbrough

  7. Chelsea zahlt im Jahr 2001 die bis dato größte Ablösesumme für einen Fußballer in England: £15 Millionen für Jimmy Floyd Hasselbaink

  8. Im Juli 2003 erwirbt der russische Milliardär Roman Abramovich den Chelsea Football Club



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